Adipositasschulung
Das Kern- Element der stationären Therapie ist die tägliche Adipositasschulung.
Diese besteht aus verhaltens- orientierten Ernährungs- und Bewegungseinheiten, der Vermittlung eines aktiven und bewussten Lebensstils, der Förderung des eigenen Entscheidungs- und Auswahlverhaltens und der Anwendung von Selbstbeobachtungs- und Verstärkersystemen. In praktischen Einheiten werden selbstverständliche aber in der Gewohnheit verloren gegangene Handlungsweisen des adipösen Kindes eingeübt. Die Lernzielebenen sind daher nicht nur kognitiv ausgerichtet sondern auch geprägt durch Wahrnehmung, Fühlen, Schmecken, Genießen. Der Grundgedanke der Schulung entspricht der flexiblen Kontrolle. Keine einschneidenden strengen Maßnahmen nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip sind erfolgreich. Realistischer sind mäßige, einfache Veränderungen, kleine Schritte, spielerische Aktivitäten, die in einen angenehmen langfristigen Lebensstil eingefügt werden können.
Das Schulungsprogramm in der stationären Reha stimmt überein mit ambulanten Schulungsprogrammen. Das erleichtert die spätere Fortsetzung der Themen und Bausteine. Dafür eignet sich das Programm der „Konsensusgruppe Adipositasschulung“ (KgAS). Das Manual dieser Schulung (aid-Infodienst, Bonn) beinhaltet die Bereiche Medizin, Psychologie, Ernährung, körperliche Aktivität und Sport sowie den Bereich Familie. Für jeden Bereich stehen Trainer aus den entsprechenden Berufsgruppen zur Verfügung. Zahlreiche anschauliche Materialien werden kennen gelernt, immer im Hinblick auf die mögliche Anwendung später zu Hause. Begleitende Krankheiten der Kinder werden von Fachärzten und ausgewählten Therapeuten behandelt. Bei Aufnahme, bei Besuchen und in der Abschlussphase werden beratende Gespräche und Konsultationen mit den Eltern möglich. Kinder unter 7 Jahren werden von ihren Müttern oder Vätern während des gesamten Aufenthaltes begleitet und geschult.Â
